Hämorrhoiden

Unter Hämorrhoiden versteht man krankhafte Veränderungen im letzten Abschnitt des Darms, die zu Schmerzen, Juckreiz und Blutungen führen können. In Anfangsstadien lassen sich diese Beschwerden mit rezeptfreien Medikamenten wirkungsvoll lindern. Eine gesunde Lebensweise – vor allem ausreichend Bewegung – hilft, Hämorrhoiden-Beschwerden vorzubeugen.
Am Ende des Afterkanals befindet sich ein Gewebepolster mit sehr vielen kleinen Blutgefäßen, das gemeinsam mit den Schließmuskeln die Aufgabe hat, den Darm nach außen abzudichten. Wenn dieses Polster Beschwerden verursacht, spricht man von einem Hämorrhoidalleiden oder auch einfach von Hämorrhoiden. Ältere Menschen sind häufiger davon betroffen als jüngere. Schätzungen zufolge leidet etwa jeder zweite Bundesbürger über 30 Jahre zeitweise oder häufiger an Hämorrhoiden-Beschwerden.

Beschwerden bei Hämorrhoiden

Folgende Anzeichen und Beschwerden deuten auf Hämorrhoiden hin:


  • Blutungen (hellrot) beim Stuhlgang

  • Blutstropfen in der Unterwäsche oder am Toilettenpapier

  • Brennen, Nässen und/oder Juckreiz im Afterbereich

  • schmerzende Knoten im Afterbereich

  • Stuhlschmieren

  • Gefühl der unvollständigen Entleerung nach einem Stuhlgang



Der Arzt unterscheidet bei Hämorrhoiden je nach Ausdehnung und Intensität der Beschwerden vier Stadien. Während Hämorrhoiden der Stadien I und II keine oder nur geringfügige Beschwerden verursachen, können Hämorrhoiden der Stadien III und IV größere Probleme bereiten. Sie gehören daher unbedingt in ärztliche Behandlung.

Folgende Beschwerden sind für die vier Stadien eines Hämorrhoidalleidens charakteristisch:
  • Stadium I: Die Hämorrhoiden sind nur gering ausgeprägt und bluten gar nicht oder höchstens wenig.

  • Stadium II: Die Hämorrhoiden sind stärker vergrößert und können daher stärkere Schmerzen und Blutungen hervorrufen. Bei Belastung (z.B. beim Pressen während des Stuhlganges) treten sie aus dem After hervor, ziehen sich aber nach der Stuhlentleerung von selbst wieder zurück.

  • Stadium III: Die Hämorrhoiden haben eine solche Größe erreicht, dass sie sich nicht mehr von selbst zurückziehen können, sondern mit dem Finger in den After zurückgeschoben werden müssen. Es kann zu unkontrolliertem Stuhlabgang ("Stuhlschmieren") kommen, weil der After nicht mehr richtig abgedichtet wird.

  • Stadium IV: Die Hämorrhoiden lassen sich nicht mehr zurückschieben und verbleiben daher außerhalb des Afters. Starke Beschwerden wie Blutungen und Schmerzen infolge von Entzündungen sind die Folge. Es kann auch zu unfreiwilligem Abgang von Stuhl (Stuhlinkontinenz) kommen.

Behandlung von Hämorrhoiden

Um das Problem nicht zu verschlimmern, sollten Betroffene in allen Hämorrhoiden-Stadien darauf achten, dass der Stuhl weich ist und ohne übermäßiges Pressen entleert werden kann.

Behandlung von Hämorrhoidalleiden in den Stadien I und II
Leichte Formen von Hämorrhoiden können in Eigenregie mit örtlich betäubenden, den Juckreiz lindernden Salben oder Zäpfchen behandelt werden. Auch Sitzbäder sind oft hilfreich.

Behandlung von Hämorrhoidalleiden in den Stadien III und IV
Diese Stadien müssen vom Spezialisten, einem Facharzt für Enddarmerkrankungen (Proktologe), behandelt werden. Dabei werden Verfahren wie Verödung, Abbinden und ggf. auch Laser- oder Kältetherapie angewendet. Auch eine Operation kann notwendig sein. Zur vorübergehenden Linderung von Beschwerden kann der Arzt entzündungshemmende Salben mit Kortison, Zäpfchen oder Analtampons verordnen.

Ursachen von Hämorrhoiden

Auslöser von Hämorrhoiden können sein:

  • erbliche Veranlagung (Bindegewebsschwäche)

  • häufiger harter Stuhlgang bzw. Verstopfung, z.B. infolge ballaststoffarmer Ernährung

  • starkes Pressen beim Stuhlgang

  • hoher Druck im Bauchraum, z.B. durch Schwangerschaft, Entbindung oder berufliche Belastung, z.B. Tätigkeiten mit häufigem schweren Heben

  • Bewegungsmangel

  • regelmäßige Einnahme von Abführmitteln

Quellen:

Hämorrhoidalleiden. Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Koloproktologie, AWMF online

Lennecke/Hagel/Przondziono: Selbstmedikation. Leitlinien zur pharmazeutischen Beratung, Deutscher Apotheker Verlag, Stuttgart, 3. Auflage (2007)

Wernig, C. (Hrsg.): Medizin für Apotheker. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft mbH, Stuttgart, 2. Auflage (1997)

www.haemorrhiden.net

Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002/2003)


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