Für Mutter und Kind?

Rezeptfreie Medikamente gegen Hämorrhoiden-Beschwerden wie Schmerzen und Jucken können in Schwangerschaft und Stillzeit kurzfristig angewendet werden. Kinder, die über Symptome wie Juckreiz oder Brennen im Afterbereich klagen, müssen einem Arzt vorgestellt werden.

Hämorrhoiden bei Kindern

Treten bei Kindern sichtbare Veränderungen im Afterbereich oder Beschwerden wie Schmerzen, Juckreiz oder Blutungen auf, muss dringend ein Arzt konsultiert werden, da sich hinter diesen Symptomen eine schwerwiegende Erkrankung oder eine Infektion, z.B. ein Wurmbefall, verbergen kann.

Hämorrhoiden in Schwangerschaft und Stillzeit

Gymnastik beugt Hämorrhoiden-Beschwerden vor
Die starken Belastungen des Beckenbodens und des Analbereichs können Hämorrhoiden in der Schwangerschaft und nach der Entbidnung begünstigen. Um dem entgegenzuwirken, sind regelmäßige gymnastische Übungen wie Beckenbodentraining und Schließmuskelgymnastik empfehlenswert.

Bei der Schließmuskelgymnastik wird der Afterbereich angespannt, so als ob der Stuhlgang unterdrückt werden soll. Man zählt bis 10 und entspannt sich dann wieder. Diese Übung sollte man mindestens 30-mal pro Tag absolvieren. Wichtig ist ein regelmäßiges Training - was aber problemlos möglich sein sollte, denn diese Übung kann in vielen Situationen unauffällig durchgeführt werden.

Kurzfristige Selbstbehandlung ist möglich
Bei Hämorrhoiden in der Schwangerschaft und Stillzeit gibt es gegen eine kurzfristige Anwendung von Salben oder Zäpfchen (maximal zwei Wochen) keine Bedenken. Es ist jedoch sinnvoll, den behandelnden Frauenarzt darüber zu informieren, dass Hämorrhoiden-Beschwerden vorliegen - auf jeden Fall dann, wenn die Behandlung nach ein bis maximal zwei Wochen keinen Erfolg bringt.

Folgende Wirkstoffe können gegen Hämorrhoiden in Schwangerschaft und Stillzeit ohne Bedenken angewendet werden:

  • örtlich betäubende Wirkstoffe wie Benzocain, Lidocain oder Quinisokain, wenn bei den Beschwerden Schmerzen oder Juckreiz im Vordergrund stehen

  • pflanzliche Extrakte wie Hamamelis-, Arnika- oder Roßkastanienextrakt, die entzündungshemmend und juckreizstillend wirken

  • Wirkstoffe wie Zinkoxid, Titanoxid oder Bismutsalze, die blutstillende, entzündungshemmende oder flüssigkeitsbindende Eigenschaften besitzen.

Quellen:

Schaefer/Spielmann/Vetter: Arzneiverordnung in Schwangerschaft und Stillzeit, Elsevier GmbH, 7. Auflage 2006

Stiftung Warentest: Handbuch Selbstmedikation, Berlin (2002/2003)


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